… bräuchten wir 2,1 Erden. Das jedenfalls ist der Durchschnitt der Deutschen. Leider steht uns nur eine zur Verfügung!
Wie man auf so etwas kommt? Mit der Berechnung des Ökologisches Fußabdrucks, z.B. hier beim UmweltBundesamt oder hier bei der Grünen Jugend Gütersloh. Beim Footprintnetwork kann man sich auch den ökologischen Fußabdruck von Unternehmen, Städten und Ländern anzeigen lassen. So z.B. sieht das für die Durchschnittsperson in Deutschland aus:
Figure 1 tracks the per-person resource demand (Ecological Footprint) and resource supply (Biocapacity) in Germany since 1961. Biocapacity varies each year with ecosystem management, agricultural practices (such as fertilizer use and irrigation), ecosystem degradation, and weather.
Der ökologische Fußabdruck stellt die Summe der Flächen dar, die wir für die Produktion und Entsorgung aller verwendeten Rohstoffe und Güter (pro Person oder bezogen auf die Bevölkerung eines Landes) beanspruchen. Er setzt sich aus vielen Teilflächen für alle Lebensbereiche zusammen.Je mehr Güter und Rohstoffe wir für unseren Lebensunterhalt benötigen, umso größer wird der ökologische Fußabdruck. Der Ökologische Fußabdruck ist damit nicht nur ein sehr anschauliches Instrument um nachhaltige Entwicklung zu erklären, sondern kann gleichzeitig als Maßstab für deren Stand und den Fortschritt eingesetzt werden.
Ebenso kann auch die „nutzbare Naturfläche“ oder „Biokapazität“ ermittelt werden, die weltweit oder in einzelnen Ländern zur Verfügung steht. Ist diese größer oder kleiner als der Ökologische Fußabdruck, so besteht ein „ökologisches Guthaben“ oder eine „Defizit“.
Mehr zum Ökologischen Fußabdruck erfährt man bspw. in dieser Veröffentlichung des Bayrischen Landesamts für Umwelt.
Ein ähnliches Konzept ist der Ökologische Rucksack. Der enthält alle Ressourcen, die beim Herstellen, dem Benutzen und dem Entsorgen verbraucht werden. Um das global zu berechnen, gibt es die nötigen Daten auf der Seite Materialflows.net.
Ein Beispiel für kaum bekannte Materialflüsse ist ein schwarz gefärbtes Baumwoll-T-Shirt [...] Das leichte Kleidungsstück bringt es im Laufe seines Lebens insgesamt auf einen Rucksack von 4583,70 Kilogramm – in etwa das Gewicht eines ausgewachsenen Elefanten. Die Forscher betrachteten unter anderem: welches Garn wurde eingesetzt, wie haltbar ist der Stoff, wie wurde er gefärbt, wie wurde das Produkt verpackt? Der Transport der Roh- und Halbprodukte mit Schiff, Bahn oder dem Flugzeug macht ungefähr zehn Prozent des Energiebedarfes aus.
Interessant ist auch unser Wasser-Fußabdruck, der nicht nur das direkt verbrauchte Wasser (Trinken, Duschen, etc.) berücksichtigt, sondern auch das Virtuelle Wasser, das bei der Herstellung eines Produktes nötig ist.
Schon gewusst, dass Deutschland jährlich mehr als 3 x den Bodensee verbraucht?

Nach einer kürzlich veröffentlichten Studie der Umweltstiftung WWF hat Deutschland einen jährlichen Wasser-Fußabdruck von 159,5 Mrd. m³ – das ist mehr als das dreifache Volumen des Bodensees. Darin berücksichtigt ist nicht nur der direkte Wasserverbrauch, sondern auch das in Lebensmitteln und Industriegütern enthaltene Virtuelle Wasser. „Umgelegt auf die Einwohnerzahl hat damit jeder Deutsche einen täglichen Wasser-Fußabdruck von 5.288 Litern, was etwa 25 Badewannenfüllungen entspricht“, sagt WWF-Experte Martin Geiger.
Den eigenen Wasser-Fußabdruck kann man hier berechnen. Auf der Website gibt es auch eine Produktgallerie, in der man abrufen kann, wieviel Wasser etwa für Kaffee (140 Liter für 1 Tasse), Äpfel (70 Liter für 1 Apfel), Hühnerfleisch (3900 Liter für 1 Kilogramm), Hamburger (2400 Liter für 1 Hamburger) und vieles mehr…
Mit all diesen Instrumenten einher geht auch der Happy Planet Index. Laut Wikipedia ist er “ein Index, der ein Maß für die ökologische Effizienz der Erzeugung von Zufriedenheit zu bilden versucht. Dazu werden Werte für Lebenszufriedenheit, Lebenserwartung und Ökologischen Fußabdruck kombiniert.” Mehr Infos dazu gibt es auf der zugehörigen Website.
Und was kann man tun, um all das zu verbessern? Kleine Schritte gehen.
Footprint.at schlägt politische Sofortmaßnahmen vor. Die Verbraucherbildung klärt auf und sieht sich bspw. die grünen Versprechen von Handy- und Computerherstellern an. Es informieren zum Thema auch der Club der autofreien Schweiz, Greenpeace, sowie Naturschutz und Entwicklung. Spannend ist sicher auch das Blättern im Lexikon der Nachhaltigkeit.
(
